Armies of Liberation

Jane Novak's blog about Yemen

Jane Novak, Hausfrau Und Staats-Feindin

Filed under: mentions — by Jane Novak at 11:55 am on Thursday, September 9, 2010

Annabelle 8/25/10

Diese hausfrau ist der Schrecken der jemenitischen Regierung. Denn Jane Novaks Blog gibt der Bevolkerung des arabischen Landes eine Stimme. Taglich deckt die Amerikanerin Missstande auf – obwohl sie noch nie einen Fuss in den Jemen gesetzt hat.

Minderstens sechs Stunden am Tag bearbeitet Jane Novak ihre emails und surft arabische Zeitungen und websites im Internet ab. Alle Meldungen, die sie unber den Jemen finden kann, lasst sie sich vom Uber setzungsprogramm ihres Computers ins English ubersetzen, checkt die Informationen und fugt all diese Puzzlestucke zu einem Gesamtbild, zu einer ausserst prazisen Innenansicht des geheimnisvollen Jemen zusammen.

Wenn Jane Novaks Wecker morgens um 6:45 Uhr klingelt. ist es noch dammrig draussen in New Jersey. Ihr Mann, der auf einer Baustelle in Manhatten ist schon seit uber siner Stunde aus dem Haus. Wie immer weckt Jane Novak zuerst ihren zehnjahrigen Sohn, dann die 14-jahrige Tocher, lauft schnell runter in die Kuche, backt Waffelen und bestreicht Bagels und schenkt jedem Kind ein Glas Orangensaft ein.

Habt ihr eure Bucher? Zwei schnelle Kusse Goodbye Mom. Dann biegt der Schulbus un die Ecke. Jane Novak fullt eine washing machine, macht die Betten und schreibt eine Einkaufsliste fur den Supermarket. Dann steigt sie die Treppe hinunter in den Keller, wo ihr Arbeitszimmer ist. In Gold gerahmte Kinderfotos, Hochzeitsbilder und andere Familienaufnahmen hangen uber ihrem Schreibtisch. Vor dem Fenster liegt der tiptop gepflegte Garten der Novaks – ein amerikanisches Idyll.
Jane Novak offnet den Deckel ihres Laptops. Jetzt ist die 48 – Jahrige Staatsfeindin Nr. 1
So denkt jedenfalls die Regierung in Sanaa, der Hauptstadt des Jemen. Jane Novak Blog Armies of Liberation hat sie sperren lassen, das volk soll sich nicht weiter irre machen lassen von den Artikeln einer amerikanische hausfrau. Doch die Macht der Zensoren hat ihre Lucken. Im zerklufteten Bergland im Morden des landes, in her Hauptstadt oder in den Wustentalern des hadramout – uberall im Jemen haben die Menschen schon von Jane gehort. An manchen Tagen erreichen Jane Novak bis zu 400 emails aus dem Suden Arabiens. Hilferufe, Dankesmails und Beweisfotos all des Grauens, das im bitterarmen Jemen Tag fur Tag geschieht – und uber das Jane Novak schreibt.
Dabei hat die American den jemen noch nie besucht, spricht die Sprache des Landes nicht und noch nie einem Jemeniten personlich die Hand geschuttelt. Und doch kennt Jane Novak den Jemen so gut, dass renommierte Nahostexperten und Politikwissenschafter aus Jane Novaks Artikeln und Analysen zitieren CNN und BBC haben die zweifache Mutter interviewt, die New York Times hat ihr ein Portrat gewidmet. Und in allen Beitragen schwingt die Bewunderung, aber eben auch die Verwunderung mit, dass dem Western neuerdings als Brutstatte islamistischen Terrors grosse Sorgen bereitet und mit seiner verwickelten Geschichte und unubersichtlichen Stammesgesellschaft zu den komplexesten Landern der Welt zahlt, so gut uberblickt.
Die regierung im Yemen lasst al Qaeda Leute frei herumlaufen, wahrend sie zum Beispiel regimekritische Journalisten ins Gefandnis steckt. Das ist doch verruckt bemerkte Jane Novak sorgenvoll, wahrend die Staatschefs im Western, gebrieft von riesigen Beraterstaben. die jemenitische Regierung noch fraglos als Alliierten im Kampft gegen den terror grosszugig mit waffen, militarausbildnern und geld unterstutzen. Vollig ungeachtet der Tatsache, dess sich Staatsprasident Ali Abdullah Saleh von einem Scheich beraten lasst, der von den USA als specially designated global terrorist eingeschatzt wird und auch sonst enge Verbind ungen zu Jihadisten pflegt. Verkehrte Welt, die sich immer erst dann wundert, wenn es zu spat ist.

Jane Novak blogger uber die Schattenseiten des jemenitischen Regimes, die Korruption, die Unterdruckung, die Zensur, die morderische Gewalt, mit der Salehs Truppen gegen die eigene Bevolkerung im unruhigen Land vorgehen. Ich will Leuten, die von ihrer, eine Stimme geben. Ich will der jemenitischen Bevolkerung ein Gesicht geben. Denn was wissen Americakaner oder Europaer, was weiss die Welt denn schon unber den Jemen?
Auf Jane Novak Festplatte befinden sich Fotos von verstummelten Kinderleichen, von achtlos am Strassenrand weggeworfenen erwachsenen korpern. “Manchmal muss ich mich richtig zwingen, mal ein seichtes Buch zu lesen oder einfach nur durches Fernsehen zu zappen, denn sonst wurde ich durchdrehen.

Der Flugzeugattentater, der am 26 December vergangenen Jahres einen Northwest ARilines Flug mit knapp 300 passagieren an bord im Landeanflug auf Detroit in die Luft sprengen wollte, wurde im Jemen ausgebildet. Seither setzen die meisten Menschen das land auf die liste jener staaten, aus denen terroritsm kommen. Pakistan, Afhganistan – und jetzt eben auch der Jemen. Unsere Angst vor ein paar hundert extremism ist so gross, dass wir uberhaupt keinen blick mehr haben fur all die anderen Millionen Menschen, die ausserdem in den von uns ausgemachten Terrorstaaten leben. Wer weiss schon, dass in Jemen ein Drittel der Bevolkerung mit etwa zwei Franken am Tag auskommen muss? DAss vierzig Prozent der Bevolkerung keine Arbeit haben und nur jeder Zweite lesen und schreiben kann? Und so viele vor der eigenen Regierung zittern?
Die Geschichten und schicksale der ganz normalen Leute, die Jane Novak publik macht, sind es, die einem so viel mehr erzahlen als manche politische Analyse eines studierten Islam Expert. “Wenn es um Muslime geht, wird oft einfach nur stereotypisiert”, sagt Jane Novak. “Das Denken, dass der Islam Gewalt bringe, ist fatal, und wenn es so weitergeht, ist irgendwann auch keine Versohnung mehr moglich. Durch meinen blog und meine artikel bin ich mit vielen Muslimen in Kontakt. Das sind so warmherzige und freundliche Menschen, und sie sind vollkommen gegen den Terrorismus.”
Jane Novak Interesse an der arabischen Welt erwacht, als am 11 September 2001 achtzig kilometer von ihrem Zuhause entfernt die Zwillingsturme des World Trade Center zuammen brechen. Von ihrem Garten aus kann Jane Novak die riseige Rauchwolke sehen, die uber der Sudspitze Mahatten emporsteigt und den Himmel verdunkelt, “Zuerst war ich starr vor Schreck” erinnert sie sich – doch dann trifft Jane Novak eine Entscheidung, die dem Reflex, von dem sich so viele in diesen Zeiten leiten lassen, vollig widerspricht. Jane Novak glaubt nicht an die simplen Worte ihres President George W. Bush, der die nach den Attentaten in zwei Lager teilt: “Entweder ihr fur uns oder seid fur den Terrorists” Jane Novak wird keine von denen, die fortan in jedem Gemusehandler mit Turban einen potenziellen Terrorist vermuten. Stattdessen setzt sie sich an ihren Computer and tangt an zu google. “Ich wollte meht uber den Nahen Osten erfahren. Ich wollte wissen: Was sind das fur Leute? Wie leben sie?
Wahrend der Graben zwischen dem Western und der arabischen Welt immer breiter wird, sucht Jane Novak nach einer Stelle, uber die sich eine Brucke bauen lasst. “Ich dachte, Mutter sind mutter, egal, wo sie leben und an welchen Gott sie glauben. Jede Mutter will, dass ihre Kinder in Frieden und Freiheit aufwachsen konnen.” Und so beginnt Jane Novak, uber Frauen in der arabischen welt zu recherchieren, zunachst nur fur sich, dann schreibt sie ihre ersten Artikel. Schnell wird ihr klar, dass sie ein Privileg hat, das viele andere Menschen nicht haben: ihre Meinung frei zu aussern. Sie stosst auf das Schicksal des jemenitischen Journalist Abdelkarim al Khaiwani, dem die Todesstrafe droht, weil er regimekritisch berichtet hat. Jane Novak startet online eine Unterschriftensammlung; der internationale Druck auf die jemenitische Regierung wird schliesslich so gross, dass Abdelkarim al-Khaiwani freikommt. Novak hilft, al Khaiwani Leben zu retten, das leben eines iht unbekannten Mannes. Und sie lasst nicht locker. “Je mehr ich uber den Jemen herausfand, uber das himmelschreiende Unrecht, das dort herrscht, desto dringender wollte ich der Welt davon erzahlen.”

Seit 2004 blogger Jane Novak ausschliesslich uber den Jemen, ihre Artikel werden ausserdem in arabischen Zeitungen veroffentlicht. Ihre Nachbarn und Bekannten erfahren von Jane Novak blog erst die Asbury Park Press, die Lokalzeitung, uber die Frau von nebenan berichtet. Und auch ihre eigene Familie muss sich erst einmal dran gewohnen, was die Ehefrau und mutter dort unten in keller tut. “Mein mann konnte mich anfangs uberhaupt nicht verstehen. Er hatte das Gefuhl, dass ich Amerika in den Rucken falle. Dabei weiss ich, dass es im Nahen Osten viele Menschen gibt, die Amerika hassen, auch im Jemen. Aber sie zuruckzuhassen, das Leid Millionen anderer deswegen zu ignorieren, ist doch kein Weg.

Ab und zu liest Jane Novak ihrem Mann die emails vor, die sie aus dem Jemen bekommet. Zeilen, oft in gebrochenem English verfasst, aber voller Dank, dass da eine ist, die sich kummert. “Mittlerweile ist meine Familie stolz auf mich.”

Jane Novak und die Menschen in Jemen trennen Tausende von Kilometern. “Naturliche wurde ich gern alle, die mir schreiben, personlich treffen.” sagt sie. Doch zweierlei halt sie davon ab, in den jemen zu reisen: einerseits die praktische Uberlegung, dass dann keiner auf Sohn und Tochter aufpasst. Andererseits ist es die Angst, die sie zuruckhalt. Jane Novak wurde von kurzem erst wieder daran erinnert, wie sehr die jemenitische regierung sie hasst, als ihr jemand einen Cartoon aus der jemenitischen Zeitung Addustoor zuspielte. Jane Novak ist darin als Lowin dargestellt, der ein Stock mit einem Totenkopf in den Rucken gerammt wurde. Ein dollarschein hangt ihr aus dem Hals. “Gin Novak Mom” steht auf dem Tierkorper geschrieben. Geld Alkohol – die Laster des westerns? “ich weiss es nicht genau, aber als ich den cartoon gesehen habe, ist en mir eiskalt den Rucken runtergelaufen” antwortet Jane Novak. “Zuerst. Aber dann habe ich gedacht, dass der Cartoon doch eigentlich nur beweist, wie sehr mich das Regime furchtet und dass meine Arbeit wichtig ist und wahrgenommen wird.”

Doch jetzt muss Jane Novak los. Ihr Sohn will zu den Pfadfindern gebracht werden und ihre Tochter zum Gitarrenunterricht. Aud Jane Novak, der Staatsfeindin, wird nun wieder Jane Novak, die zweifache Mutter and hausfrau aus New Jersey, die gleich auch noch in den supermarket muss.

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